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Press lounge - Publications - Pampers Karsa

Dürfte ich diesem Opel einen neuen Namen geben, würde ich ihn "Karsa" taufen. Durch die optischen Breitbacken an den hinteren Seitenwänden wirkt er wie ein Ford Ka, ist aber ein Corsa geblieben.

Einen Kunststoffbomber bauen? Fehlanzeige! Katalog-Tuning? Niemals! Spachtel-Styling? Sowieso nicht! Pamper? Ja, Volltreffer! Wer oder was ist "Pamper"? Mathias Pamper ist der Name des Karosseriebauers in Briesen, der diesem 93er B-Corsa einen selbst entworfenden Breitumbau verpasste. Wie kam es dazu: Mit seinem Führerschein hatte Daniel Stülpner seinen Traum verwirklicht. Ein VW Käfer Coupe 40, das wurde in Salsa-Grün neu lackiert, dem Asphalt entgegen tiefergelegt und auch 15-Zöller-Revo Felgen montiert, aber die in einer Sonderanfertigung. Vier Jahre schraubte und investierte er mit seiner Freundin Nicole (unter engsten Freunden auch als Ingrid bekannt) in diesen Volkswagen. Ein neues Projekt wollte man danach in Angriff nehmen. Nicole pickte sich dann 1997 diesen B-Corsa auf einem Automarkt in der nahen Umgebung heraus. Das schnell bestellte und flink eingebaute gelbe Koni-Fahrwerk -60/-40 harmonierte mit den 7 und 8 x 14 Zoll Steffan-Felgen. Um alles auch richtig im Griff zu haben, tauschte man den Buslenker gegen ein 28er Raid aus.

Bei diesen Umbauarbeiten wollte der gelernte Tischler, der jetzt aber als Maurer tätig ist, eine große Überraschung nicht wahr haben. Die beiden suchten sich tatsächlich einen Unfallwagen heraus. Das Auto wollten sie aber behalten. Fakt war, es wurden vorher schon mal der Schlossträger, Türen, Bleche und die Haube ausgewechselt. Weiter ging es mit dem Umbau. Die hinteren Radhäuser wurden extrem weit hinausgezogen, keine richtige Glanzleistung, denn innen bildete sich kurze Zeit später ein 20cm langer Riss. Der andere Kotflügel gegenüber deutete auch bald daraufhin. Mathias und "Nippi" sahen keinen anderen Ausweg: Neue Seitenwände! Dann bitte aber von Anfang an richtig fett. Wie fett? "Hm, keine Ahnung", meinte Daniel "aber wartet so lange, bis die neuen Felgen da sind!" Und da waren sie auch schon geliefert, neue Revolution TH Line, vorn 7x14 Zoll ET 24 mit 195/45 R 14 sowie hinten 9x14 Zoll ET 3 mit 225/40 R 14, der Marke Dunlop. Das Gewindefahrwerk von Inter Alloy senkt den Corsa vorn um 120mm und hinten mit gepressten Federn um 90mm. Nun wurde die Karosse den Rädern angepasst. Zusätzliche Bleche gebördelt und eingeschweißt, dann komplett die Seitenwände ausgetauscht.

starker Auftritt...
Eine echt sahnemäßige Leistung. Schöne Radien, klare Linien, gute Kanten und der Tankdeckel wurde ausgehöhlt. Am Breitbauende konnte man vorn plus 4cm und hinten plus 9cm je Seite messen. Was hat den Corsa in diesem Zuge noch so verändert? Irgendwie ist alles geglättet. Die Kunststoffradläufe blieben weg, sämtliche Aussparungen in den Stoßstangen, die für die verdammt kurzen Nummernschilder modifiziert wurden, sind mit Zwei-Komponentenpaste verfugt. Allein das Material (kein Billig-Baumarktartikel) kostete 1300,- deutsche Märkerchen. Jetzt konnte man schleifen, was das Zeug hielt. Die Luftschlitze im vorderen rechten Flügel, die er selber reinflexte, dienen der Belüftung des K&N-Lufttrichters von einem 3er Golf. Die Motorhaube bekam einen bösen Blick verpasst, ebenso sauber eingearbeitet, als ob es aus Rüsselsheim sei. Endlich wollte Daniel Farbe bekennen.

Der Corsa strahlte bald wieder im Life-Style-Blau. Jetzt legte auch seine Nicole Hand an. Den Überrollbügel hatten sie vorher poliert, Sandtier-Vollschalen wurden eingebaut, Türverkleidungen und Himmel wurden vom Sattler Linke in Cottbus angefertigt - in schwarzem Verlour. Nachdem ein Pioneer CD Radio und ein zusätzlicher Wechsler installiert waren, überlegte man die ,Wege'. Was für Wege nur? Vorn 2-Wege von Clarion und hinten 3-Wege von Magnat. Den Fond kleideten die beiden mit MDF-Platten aus und der 300 Watt Subwoofer von Pioneer verweilt dort mit einem Schuss Schräge. Von kapitalen Motoroptikumbauten hält Daniel nichts.

Lieber dezent gestalten, mit kleinen versteckten Feinheiten. Arbeit, Zeit und schweißtreibende Hände hat er natürlich investiert, auch viele aufpolierte Teile, Alu-Flex-Schläuche von Folia Tech und eine Domstrebe. Alles sauber und chic. In der letzten Woche des Umbaus überzeugte Freundin Nicole noch mal ihren Schatz, die Armaturen zu brushen. Sie suchte die Farbe, er baute die Teile aus. Zu deutsch: das Granitspray geht auf ihre Kappe, den Farbauftrag und den Aus- und Einbau besorgte er. In dieser Saison macht man sich wieder ans Werk, ein Motoraustausch steht an. Daniel liebäugelt mit einem feinen 1.6 16V vom Top-Corsa GSI und Scheibenbremsen hinten sollen natürlich auch rein. Na dann, möge dies gelingen.

Text und Fotos: P. Meinhold

Quelle: Autotuning, Ausgabe: 8/2001, Seite 82ff