Press lounge - Publications - Dreier-Beziehung
Sein E30 Touring aus der Autotuning 6/99 sorgte für Begeisterung in der Szene.
Alex Scheffels neuer Dreier ist wieder ein Meisterwerk, diesmal in Sachen Farbe
und Karosserie.
Wer die Autotuning schon etwas länger verfolgt, dem wird der Name Alexander Scheffel
wohl noch in den Ohren liegen. Denn in der Ausgabe 6/99 haben wir Alex' BMW E30 Touring
genauer unter die Lupe genommen. Dabei handelte es sich um den gewissen Dreier mit den
7er Heckleuchten. Nun, wie das so im Tuning-Leben ist, kann man seinen Wagen irgendwann
nicht mehr veredeln. So war es auch mit Alexanders E30. Und nach dem Bericht in der
Autotuning war das Auto eh begehrter denn je. Es war also ein leichtes, den in der BMW-Szene
bekannten 3er mit 7er Heck gegen ein aktuelleres Modell zu tauschen. Natürlich achtete
der Bad Kösener tunlichst darauf, dass das neue Gefährt wieder ein Touring aus München ist.
Stark, die Schmidt Revolution VN-Line.
Weiteres Kriterium war ein Originalzustand, denn schließlich schwebten Alex schon eine
ganze Menge Umbau-Ideen im Kopf herum. Wie gesagt, es dauerte nicht lange bis ein 328i
Touring der Sport Edition den Platz des E30 in der Garage einnahm. "Glücklicherweise"
stand der Winter vor der Tür, so dass man gleich ans Werk gehen konnte. Bevor man sich
über irgendwelche Räder und Spoiler Gedanken machte, verbrachte Alex und sein Freudin
einige Abende mit dessen bestem Freund, dem Meister der Farb-Pistole Toralf Brödner.
Es flossen einige Liter Bier und Cola bis sich die drei auf einen extravaganten Farbton
für den neuen Bayern einigten. Der Lack sollte also aus dem Hause Glasurit kommen und
den Namen "Python" tragen. Zuvor sollten dennoch einige Detail-Änderungen an der Außenhaut
des E36 vorgenommen werden. Als erstes schraubte Alex obligatorisch Sportspiegel von
AC Schnitzer anstelle der Original-Teile an. Von Hartge stammt der wenig später
angebrachte Dachspoiler. Wie bei seinem "Bestseller-E30" sollten auch am neuen Touring
dicke Walzen für einen brachialen Auftritt sorgen. Dieses Mal wohnen unter der Radhäusern
aktuelle Revolution-Schmuckstücke namens VN-Line. Die Mehrteiler messen an der Voderachse
schon 9x18 Zoll. Alex besohlte diese Rundlinge mit Dunlop SP 9.000 in der Größe 225/40ZR18.
Eine ganze Spur breiter geht es dafür an der Hinterachse zur Sache. Wuchtige 10x18 Zoll
samt walzenförmiger 255/35er Dunlop SP sorgen für eine gewaltige Optik. Dass hierfür die
Radhäuser bearbeitet werden mussten, war Alex vollkomen klar. Doch dabei blieb es nicht.
Nachdem die hinteren Radläufe den VN-Lines angepasst wurden, ging es erst richtig zur Sache.
Mit der Haubenverlängerung macht der Dreier viel schönere Augen.
Die vorderen Kotflügel standen zur Aufweitung parat. Da zu diesem Zeitpunkt schon erste Bilder
des neuen M3 E46 im Umlauf waren, und dieser mit markanten Kiemen in den vorderen Kotflügeln
auf die Welt kommt, wollte Alex die "Kotis" in jedem Fall dem neuen Trend anpassen. Zum Leid
seiner Freundin verbrachte er Tage und Nächte in der Garage und sägte, feilte und bohrte
akribisch an den Kiemen für seinen E36 Touring. Der Aufwand hatte sich wirklich gelohnt. Die
seitlichen Lufteinlässe stehen den neuen M3-Lüftungen in nicht viel nach. Wie die Szene bereits
schon mitbekommen hat, haben es die Freaks in den neuen Bundesländern in Sachen "kurze Nummern"
mit den Behörden etwas einfacher. So ist es auch nicht verwunderlich, dass an Alex' BMW wieder
eine kurze Tafel zum Einsatz kam. Und um den eh schon schicken Hintern richtig knackig zu machen,
war es nur eine Frage von ein paar Abenden in der Garage, bis die Aussparung auf die Tafel
angepasst war.
Wie man ebenfalls in der Szene hört, geht der Trend mit Scheinwerferblenden wohl langsam zu Ende.
Immer mehr Freaks steigen auf "Böse Blicke" um. Die beiden Tunern angebotenen Plastikleisten sind
aber nur etwas für "Weicheier", "Schattenparker" und "ABS-Bremser". Für die wahren Pokaljäger
kommt dabei nur Blech in Frage, so auch bei Alex' E36. Die Augen wurden also mit feinen Rundungen
abgedeckt und geben dem Bayern eine völlig neue Optik. Nun war Toralf Brödner und seine Pistole
gefragt. Mit viel Gefühl und einer Menge Klarlack rollte am Ende ein wahres Meisterwerk aus der
Lackierkabine. Der Touring zeigt sich fortan in den verschiedensten Farben, von Lila über Blau
bis hin zu Bronze. Einfach geil! Derselben Meinung war auch Töchterchen Maria, die seitdem nicht
mehr aus dem Dreier heraus zu kriegen war. Alex ließ deshalb den Kindersitz passend zu den
Sitzreihen mit Leder beziehen und installierte eine feine Kenwood-Anlage, natürlich mit TV Denn
die Tele Tabbis will Maria auf keinen Fall verpassen.

Text: Guido Naumann
Quelle: Auto Test & Tuning, BMW & Mercedes, Ausgabe 1/2001, Seite 28ff