Press lounge - Publications - Tieflieger - Fette 19 Zöller, mehr Biss und Austrahlung am 328i

Auf die Frage, was ihn so an BMWs fasziniert, findet Sven fast keine Antwort:
"Sie sehen halt schön aus, fahren sich gut, was anderes kommt für
mich nicht mehr in Frage." Vor diesem E46 hatte er schon zwei E36, selbstverständlich
auch getunt. Auf seinem jetzigen Prunkstück ist inzwischen schon der dritte
Felgensatz drauf und jedes Mal wurden die Formate natürlich üppiger.
Apropos üppig, erste Kompressorerfahrung hat der Schrauber auch schon gemacht.
Auf seinem "alten" 2,8 l Motor hatte er für den richtigen Kick
einen Kompressor aus dem Mercedes 230 SLK geschraubt.
Das Teil ging auch anschließend ordentlich ab, auf dem Weg von Bremen
nach Kassel allerdings ist vermutlich das Gemisch zu sehr abgemagert, offensichtlich
hatte man den Spritbedarf im Brennraum bei Fußgas unterschätzt. Ein
markerschütternder Knall setzte den Schlussakkord hinter das erfüllte
Motorleben, die Autobahn war für Minuten in blau-schwarzen Nebel gehüllt.
Sven fürchtete schon, er müsste seinen stolzen Wagen nach Hause schieben,
doch, was für ein Wunder, der Motor schaffte es gerade noch bis zur Werkstatt.
Dort checkte man sofort die Kompression, und siehe da, von den ca. 15 bar die
ein "gesundes" Triebwerk liefern sollte, war bei zwei Zylindern nicht
mehr viel übrig, kümmerliche 3 bar waren das Ergebnis. Kein Zweifel,
das war ein Kolbenklemmer der übleren Sorte. Auf der Suche nach einem neuen
Motor stieß Sven auf ein Angebot der BMW AG. Zu Testzwecken nimmt man
dort etwa alle hundert Motoren einen vom Band und führt einige Tests durch,
die einem Äquivalent von etwa 100 km entsprechen. Das bekommt man sogar
bescheinigt und anschließend den Motor für etwa die Hälfte des
Preises, der für einen regulären Austauschmotor fällig wäre.
19 Zöllige Schmidt VN-Line Felgen mit "Durchrome-Beschichtung"
und Radinox Außenschüsseln sind in 9 und 9,5 Zoll Breite die "Beine" des Coupés
Diesmal will Sven den Motor allerdings trotzdem nicht mehr so leichtfertig
umbringen, von Leistungssteigerungen und Kompressoren aber kann er immer noch
nicht die Finger lassen. Zunächst wurde der neue Motor auf 3,2 Liter aufgebohrt,
Mahle Schmiedekolben eingesetzt, außerdem der Zylinderkopf bearbeitet.
Dabei wurden die Ansaug- und Abgaskanäle erweitert und poliert. Sven schätzt
die Leistung jetzt auf etwa 260 PS. Der Kompressor wartet zwar schon auf seinen
Einsatz, doch vorher müssen noch größere Einspritzdüsen
und eine volumenstärkere Spritpumpe eingebaut werden, um eine Uberhitzung
und vorzeitige, kapitale Motorschäden zu verhindern. Manche behaupten ja
steif und fest, dass nur die inneren Werte zählen, doch nur reines technisches
Tuning ist für viele zu wenig. Was innen stark ist, sollte auch von außen
durch eine coole Optik auf sich aufmerksam machen.
Sven, der im siebten Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert, nahm sich
deshalb auch dem Erscheinungsbild des E46 an. Eine Rieger E46 M3 Look Front fand
dank Kumpel Heiko aus dem BMW Club Nordwest ihren Weg an den BMW, genauso, wie
das Kerscher M-Line Heck und die AC Schnitzer Seitenschweller. Die Motorhaube
wurde von der Firma LS Tuning in Blech verlängert, außerdem implantierte
man eine nur am Rand verchromte Niere vom Vierzylindermodell, und lackierte diese
in der neuen Wagenfarbe, MIPA Pegasus, einem FlipFlop Lack. Sven war allerdings
mit der Lackierung äußerst unzufrieden, auch auf unseren Bildern kommt
der Lack nicht so rüber, wie er sollte. O-Ton Sven: "Der Lacker hat
echt großen Mist gemacht.".
Lexus-Style Rückleuchten von FK und eine harmonisch geglättete Kennzeichenmulde
frischen zusätzlich die Heckansicht auf. Auch der Eisenmann Endtopf mit
vier 70 mm Endrohren trägt akustisch seinen Teil zum Portfolio des Dreiers
bei. Was man von außen nicht sieht, der Mittelschalldämpfer wurde
durch ein glattes "Eisenmannrohr" ersetzt. Von der Seite fällt
natürlich sofort auf, dass das noch nicht alles ist. Mit 19 Zoll richtig
große Schmidt Revolution VN Line Felgen in Durchrome mit "bordsteinfressenden"
Radinox Ringen aalen sich unter den (engen) Radhäusern. Über die 9
und 9,5 Zoll breiten Aluräder spannen sich vorne 215/35 Pirelli NERO, hinten
235/35 Yokohama AVS Schlup-pen. Mit dem FK Königssport Gewindefahrwerk
schraubte man die Vorderräder mit einer Einpresstiefe von 23 mm bis dicht
unter die Kotflügel, die Tieferlegung beträgt etwa 80 mm. Um hinten
60 mm weniger Bodenfreiheit zu realisieren, mussten die Radläufe bei ET16
pro Seite 20 mm geweitet werden.
Raptor Woofer; "im Boden" Verstärker von Carpower und Hifonics
Üppig ausgestattet, außerdem Alu-Schaltknauf und AC Schnitzer Fußmatten
Der Innenraum präsentiert sich bereits ab Werk sehr luxuriös, elektrisch
verstellbare Ledersitze, eine automatische Klimaanlage und vieles mehr sorgen
für Komfort. Lediglich ein original BMW Aluschaltknauf und AC Schnitzer
Fußmatten springen spontan ins Auge. Wesentlich aufregender geht's beim
Caraudio zu, ein Clarion VRX 613 Monitorradio im Radioschacht und ein Clarion
TV Tuner im Handschuhfach bilden die Kommandoeinheit, die ihre Befehle zum einen
an eine Hifonics Zeus 4-Kanal Endstufe weitergibt, die ein Focal System mit
Hochtönern und 16er Speakern antreibt. Wahre Bass-power kommt aus dem Kofferraum,
durch die Skisacköffnung legte Sven ein Bassreflexrohr, außerdem
sorgen zwei 15 Zoll Raptor Woofer von Carpower in einer aus 32 mm MDF bestehenden
Kiste für harte Bässe. Die Box musste sogar mit Streben verstärkt
werden, um ein "Auseinanderrütteln" zu verhindern. Angesteuert
werden die Woofer über zwei Carpower Mono Endstufen (1/800D) mit insgesamt
1600 Watt. Eingelassen sind die Verstärker unter dem mit Lufthutzen versehenen
und in Wagenfarbe lackierten Blech im Kofferraum, rechts davon sind in einem
GFK-Sei-tenausbau der DVD Player und der 6-Fach Wechsler von Clarion untergebracht.
Einen 7 Zoll Monitor gibt es "in" der Kofferraumhaube, einen weiteren
zwischen den Vordersitzen, für die Rücksitzpassagiere.
Besonders bedanken möchte sich Sven noch bei seiner Freundin Coro-lin,
die sein Hobby mitträgt, außerdem dem Lackierteam vom Autohaus Cordes,
insbesondere Jürgen, Torsten und Frank, die seinem BMW inzwischen zu einem
perfekten Lackkleid verhelfen haben. Frank hat sogar noch bis kurz, bevor sein
Urlaubsflieger um 8:00 Uhr morgens abhob, eine "Nacht"-Lackschicht
aufgetragen.
Quelle: BMW Tuning Ausgabe 04/2004, S. 54ff