Press lounge - Publications - Full House - Neue Dimensionen
Beste Karten für Nicole und Daniel! Ihr Corsa hat gleich vier "full house"
zu bieten alles in Blech, versteht sich. Und auch ansonsten hat der kleine,
feine Opel noch einige Asse im Ärmel. Hand aufs Herz - eigentlich gehört der
Corsa ja Daniels Freundin Nicole. Vor gut drei Jahren kaufte sie sich den Wagen,
der damals bereits mit einem 60/40er Koni-Kahrwerk, 7und 8 x 14-Zoll-Steffan-Cup-Felgen
sowie einem Sport-Lenkrad ausgestattet war. Das reichte - jedenfalls die ersten
zwei Jahre -, bis Daniel die Idee mit dem Radikdlumbau hatte. Im Oktober '99
ging's Ios, "in beiderseitigem Einverständnis", wie Daniel beteuert. Nun hatte
Nicoles Freund zwar einige Schrauberfahrungen am Calibra seiner Eltern gesammelt,
aber für das, was er sich da vorstellte, brauchte er professionelle Unterstützung.
Wie schön, wenn man einen guten Kumpel hat, der Karosseriebauer von Beruf ist
und seine Werkstatt auch mal zeitweise zur Verfügung stellt. Mathias Pampa heißt
der Blechbändiger, der für die neue Form des Corsa hauptverantwortlich ist.
Weitere Hilfe kam von Kumpel Nippi, der bereits beim Zerlegen des Wagens mit
anpackte. Dabei stellte sich dann auch heraus, dass der vermeintlich unfallfreie
Corsa vor dem Kauf eine "Feindberührung" auf der Fahrerseite gehabt hatte. Damit
waren schonmal eine neue Tür und ein neuer Kotflügel fällig.
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| Ein toller Flitzer durch Inter-Aloy keil am Boden |
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Karosserietechnisch arbeitete sich das Trio von hinten nach vorne durch. Zunächst
verschwanden Wischer und Schloss von der Heckklappe. Letztere wird jetzt über einen
Kippschalter (Ford Escort) in der Mittelkonsole elektrisch geöffnet. Dann machte sich
Mathias daran, unter Verwendung zwei weiterer Seitenteile den Corsa hinten um jeweils
90 (!) mm zu verbreitern. Nach mehrmaligem Einschneiden und Verschweißen sowie anschließendem
Verzinnen holte der Karosseriebauer auch vorne aus jedem Kotflügel 40 mm heraus. Nicht nur
die Verbreiterungen selbst, auch die Ubergänge zu den Stoßfängern sind dem Fachmann optimal
gelungen. "Die Stoßstangen sind noch mit das Wichtigste", strahlt Daniel - es sind nämlich
die originalen. Mit einem Zwei-Komponentenkleber - "der hat allein schon 1 .300 Mark gekostet"
- wurden die Teile geglättet und sämtliche Sicken verschlossen. Zum Verkürzen der vorderen
Nummernschildaussparung schnitt Daniel entsprechende drei Zentimeter breite Stücke aus einer
alter Stoßstange und setzte sie in seiner neuen nach innen versetzt ein. Mathias kümmerte sich
inzwischen um die Motorhaube, an die er den bösen Blick und eien geraden Abschluss anschweißte.
- Die Spritzdüsen der Scheibenwaschanlage wanderten bei der Gelegenheit von der Haube ins Luftleitblech.
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| 9 x 14 ET 3 |
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In den Türen fanden Griffe vom Vectra B ihren Platz. Ohne Schlösser, versteht sich. Eine
Zentralverriegelung per Funkfernbedienung lag schon bereit. Aber erst ging der Wagen mal
zum Lackierer. Bei der gemeinsamen Auswahl der neuen Farbe wichen Daniel und Nicole nur
eine Farbnummer vom serienmäßigen "Lifestyleblau" ab. Da fällt es kaum auf, dass der Motorraum
farblich unbehandelt blieb. Zumal man sowieso vom Glanz unter der Haube ziemlich geblendet wird,
weil Daniel hier jedes mögliche Teil per Hand poliert hat. Nicht ganz so glänzend ist die
Leistungsausbeute der 1.2er Maschine mit 45 PS. Daran ändert auch der K&N-Filter nicht viel,
der ursprünglich vom 3er Golf stammt "weil er so schön klein ist" - und zusätzliche Frischluft
über vergitterte Schlitze im rechten Kotflügel erhält. Schließlich ist mit 195er Reifen an
der Vorderachse und sage und schreibe 225er Schlappen hinten einiger Radrollwiderstand zu
überwinden. Was soll's, die Optik ist begnadet: Mit einem InterAloy-Gewindefahrwerk ließ
Daniel erstmal die Luft aus den dicken Backen des kleinen Corsa. Die Schmidt-Revolution-Felgen
in den Dimensionen 7,5 bzw. 9 x 14 gab er vor der Reifenmontage zum Abdrehen, um die edlen Teile
anschließend selbst auf Hochglanz zu bringen.
Auch im Innenraum hat Daniel glänzende Arbeit hingelegt. Die begann mit dem Aufpolieren des
Käfigs von Wiechers, der sich nur mit äußerster Anstrengung in den Corsa stemmen ließ. Den
Teppichboden verlegte er komplett neu mit feiner Auslegeware aus dem Baumarkt. Im Heck zog
der gelernte Tischler eine 22er MDF-Platte ein, in der er einen Subwoofer versenkte. Hier
brachte er violette Bodenbelag zum Einsatz, von der er einen Teil in Kombination mit schwarzem
Teppich benutzte, um die Fußmatten für den Corsa zu gestalten. Zur Umrandung der schicken Stücke
verwendete der findige Bastler übrigens Türgummis vom Golf 1. Himmel, Tür- und hintere
Seitenverkleidungen ließ Daniel von der Sattlerei Linke in Cottbus mit schwarzem Velours beziehen.
Jetzt noch die Sandtler-Vollschalen in den Innenraum gestellt, das 28er Raid sowie den Momo-Schaltknauf
montiert, und der Probefahrt stand nichts mehr im Wege. Immerhin 170 Sachen macht der Corsa, an dessen
Lenkrad sich Nicole und Daniel abwechseln. Im Winter soll allerdings ein stärkerer Motor rein. Unklar
ist noch, ob's ein 1.6er mit 109 PS oder - gleich richtig" - ein Zwei-Nuller 16V wird. Der ohc. ist
zwar leichter zu montieren, bietet aber weniger Möglichkeiten zum Polieren. Naja, im nächsten Jahr
wissen wir mehr.

Text: Ansgar Wilkendorf
Fotos: Mathias Meinert
Quelle: Flash Opel Scene, Ausgabe 10/2000, Seite 26ff