Press lounge - Publications - Da geht die Sonne auf!

Urprünglich als ärgster Konkurrent gegen den Erzrivalen Opel Kadett
ins Rennen geschickt, hat der Golf II seine Sternstunden eigentlich schon hinter
sich. Immerhin ist inzwischen die vierte Golfgeneration auf dem Markt. Und auch
bei Opel hat der Astra dem Kadett längst den Rang abgelaufen. Aber zu ihrer
Zeit waren sowohl der Golf GTi 16V als auch der Kadett GSi 16V zwei große Nummern
und spalteten die Leser der Autofans.
Das ist inzwischen gut zwölf Jahre her. Eine Zeit, die an jeder
Karosserie unliebsame Spuren hinterläßt. Auch die Mechanik wird langsam müde.
Glücklicherweise gibt es echte Autofreaks, die für solche "Meilensteine" wie
auch der Golf GTi 16V einer ist, die Sonne noch einmal aufgehen lassen. Der
gelernte Kfz-Mechaniker Sascha spuckte jedenfalls in die Hände und brachte mit
viel Arbeit den 88er Golf wieder auf Vordermann. Und der kann optisch wie auch
leistungstechnisch durchaus wieder mithalten.
Hier und da gab es etwas auszubessern, und an einigen Ecken nagte
auch der Rost. Also weg mit den Schandflecken und frisch ans Werk. Aktuelle
Zeitgenossen lieferten Accessoires, mit denen die Karosserie in neuem Glanz
erstrahlt. So bekam der Golf II zum Beispiel ein neues Gesicht. Die typischen
runden Scheinwerfer tauschte der VW gegen die eckigen Exemplare eines Corrado:
Und bekam den Kühlergrill, natürlich ohne Emblem, und die Grillblende gleich
mit dazu.
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| Viel Arbeit! |
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Der RS-Stoßfänger mit seinen üppigen, mit Gitter verkleideten, Lüftungseinlässen
unterstreicht die sportliche Note des GTi 16V. Ein Renault 19 16V lieferte die
Lufthutze für die Motorhaube. Die Lüftungsschlitze im rechten Kotflügel stammen
von dem ganz großen Bruder, dem VW T4. Einarmwischer und M3-Spiegel dürfen bei
einem gelungenen Umbau nicht fehlen. Die langweiligen Türgriffe aus Plastik
machten den Griffen eines Polo 6N Platz, die später in Wagenfarbe lackiert wurden.
Tadellos glatt strahlt das Heck. Keine Embleme, kein Heckwischer, kein Schloß
und auch der Stoßfänger entbehrt neben einer Auspuffblende, die den Lack vor
Hitze schützt, und einem RS-Logo jeden Schmuck.
Nun konnte Sascha ein neues Kleid für seinen Golf aussuchen. Seine Wahl fiel
schließlich auf eine Farbe, die über den großen Teich geschwappt ist: Sunrise
Red mit Perleffekt. Der Name dieser Farbe hatte für den Golf auch symbolischen
Charakter. Mit der neuen Lackierung ging für den doch schon betagten VW noch
einmal die Sonne auf. Rote Heckleuchten, rote Bunker und rote Seitenblinker
passen perfekt ins Gesamtbild.
Jetzt war Nervenstärke gefragt. Die Umbauten im Motorraum verlangten dem 25jährigen
Hobbybastler einiges ab. Ursprünglich war der Golf GTi 16V mit 1,8 Litern Hubraum
und 129 PS ausgestattet. Das sollte sich ändern. Also wurde der Hubraum auf
1,9 Liter erweitert. Ein komplett überarbeiteter Zylinderkopf, zwei neue Nockenwellen
aus dem Hause Schrick und nicht zuletzt ein Sportluftfilter steigerten die Leistung
auf stramme 160 PS. Öffnen die Haubenlifter die Motorhaube, gibt diese den Blick
auf einen aufgeräumten und sauberen Motorraum und eine Domstrebe frei. Zahlreiche
Motorteile wurden lackiert oder poliert, Schläuche ersetzt und Abdeckungen zeigen
sich von ihrer Schokoladenseite.
Bevor es an die Innenausbeuten ging, legte sich der 25jährige Schrauber noch
einmal unter das Auto. Ein Remus-Fächerkrümmer fand seinen Platz und eine Gruppe
A-Auspuffanlage aus Edelstahl mit einem stattlichen, ovalen Endrohr sorgt dafür,
daß man den Golf garantiert nicht überhört.
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| Unüberhörbar - Gruppe A! |
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Ein Koni-Fahrwerk bringt den Wolfsburger an der Vorderachse 90 und an der Hinterachse
70 Millimeter tiefer in die Startblöcke. Da blieb nur noch Platz für Felgen
in der Originalgröße. Die sind dafür ein ganz besonderer Hingucker. Die mehrteiligen
Aluräder in der Dimension 9 mal 14 Zoll stammen aus dem Hause Schmidt Revolution
und sind zum Teil in Wagenfarbe lackiert: Mit 225er Pneus passen sie gerade
so in die Radhäuser.
Der Fahrgastraum bietet nur noch Platz für zwei Passagiere. Den übrigen Platz
nimmt ein polierter Überrollkäfig mit Kreuzstrebe und Flankenschutz von Heigo
ein: Er glänzt mit dem Aluriffelblech im Kofferraum und im vorderen Fußraum
um die Wette. Fahrer und Beifahrer können sich auf ihren Fahrten in Jamex Vollschalensitzen
zurücklehnen. Über die Alupedalerie wird der Golf angetrieben. Das 30er Momo-Lenkrad
gibt die Richtung an und der Digitaltacho verrät haargenau das Tempo der Reise.
Einzige Hommage an die gute alte Zeit, sind die - wie alle anderen - getönten
Ausstellfenster hinten.
So ist der Golf auch in seinem 13. Lebensjahr wieder konkurrenzfähig und mancher
Kadett kann sich warm anziehen.
Quelle: GTIplus 4/2000, Seite 106ff