Press lounge - Publications - Und heute ein König

Ein Pilschen nach getaner Arbeit, um sich wie ein König zu fühlen? Das braucht Anita nun wirklich nicht! Ihr "reichen" zwei Liter Hubraum und 160 PS.
Klein, gemein und wieselflink. So stellt sich Anita König ein richtiges Spaß-Auto vor. Und mit ihrem Corsa A hat sie sich diese Vorstellung verwirklicht. Geholfen hat ihr dabei ihr Freund Jochen. Der kennt sich als Automechaniker bestens mit Technik aus. Und das ist auch bitter nötig, denn Anitas "Kleiner" hat davon einiges zu bieten. Als Basis diente ihr alter Corsa A GSi, den sie schon einige Jahre fuhr. Wenn man (oder in diesem Fall Frau) aber Mitglied beim Opel-Club "Fraktion Süd" ist, wird einem rasch klar, dass die eine oder andere Pferdestärke mehr auch durchaus eine Steigerung des Fahrspaßes bringt. Somit war der Einbau einer C20XE-Maschine schnell beschlossene Sache. Doch bevor der Zweiliter 16V in das A-Modell verpflanzt werden konnte, galt es erst einmal den Rüsselsheimer blechmäßig auf Vordermann zu bringen. Im Bereich der vorderen Innenkotflügel und am hinteren Stoßdämpferdom auf der Fahrerseite musste marodes Blech ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit flog auch gleich noch die Spritzwand raus, um Platz für den neuen Motor samt Lexmaul RAM-Ansaugbrücke zu schaffen.

Diese verhilft dem 16-Ventiler in der Kombination mit dem offenen Luftfilter zu stolzen 160 Pferden. Ein F20-Getriebe aus dem Kadett E und Antriebswellen von Hipo Autotechnik leiten die Kraft weiter. Um bei knapp 900 kg Fahrzeuggewicht "Herr" über soviel Leistung zu bleiben, rekrutierte Anita vordere Scheibenbremsen eines Kadett 2,0 16V-Modells, die seither ihren Dienst im Corsa verrichten. Daran, und an den hinteren, originalen Trommeln eines GSi, sind klassische Schmidt TH Line-Felgen in 8 x 14 Zoll geschraubt.
Zur ordnungsgemäßen Abdeckung der 195/45er Fulda-Pneus ist die Karosserie des Corsa hinten leicht verbreitern. Vorne reichte das Umlegen der Kotflügelkanten. Der so gewonnene Raum wird durch die Verwendung von drei, beziehungsweise fünf Millimeter starken Distanzscheiben optimal genutzt. Ein Koni-Gewindefahrwerk sorgt dafür, dass auch der vertikale Abstand zwischen Reifen und Kotflügelkante so gering wie möglich ausfällt. Das Äußere des Corsa sollte der verbauten Technik in Nichts nachstehen und so legten Anita und ihr Freund Jochen auch hier ordentlich Hand an. Das Schrauber-Duo entfernte aus der vorderen Stoßstange die Zierrillen und verbaute hinten eine Heckschürze vom Facelift-Modell. Weiter cleanten sie die Heckklappe und setzten dabei die Nummernschildaussparung um einige Zentimeter tiefer. Um die Lackierung in Violametallic von Porsche kümmerte sich anschließend die Lackiererei Straub. Die Rückbank fiel der passiven Sicherheit zum Opfer. An ihrer Stelle macht sich ein Wiechers Überrollkäfig breit.
Im Kofferraum werden auch keine Lasten mehr transportiert. Hier haust jetzt nur noch der mächtige Stealth Subwoofer, umgeben von Feinstem schwarzem Leder. Das spannt sich auch über den gesamten Dachhimmel und die Seitenverkleidungen.
Sitzt man erst mal in den FK-HaIbschalen, wird von den Schroth-Gurten gehalten, hat das 30er Raid Thunder in den Händen und hört das sonore Brabbeln der Bastuck Gruppe A-Anlage, spätestens dann weiß man, wie sich Anita fühlen muss...

Quelle: Opel Tuning, Ausgabe 04/2006, S. 74ff