Press lounge - Publications - Ein Brite in Buxtehude?

Ein Brite in Buxtehude? Dieser geheimnisvolle Kombi ist ein Omega B, dem Torsten Will mehr als nur ein Facelift spendiert hat. Wenn Will was will, wird Will kriegen, was Will will. Und was wollte Torsten Will? Einen noblen und starken Omega B Caravan mit dem Gesicht des 2000er-Modells.
Beim Kauf im Jahre 1998 war der 31-jährige Selbstständige mit dem Konterfei seines 40000 Mark teuren Familienmobils natürlich zufrieden. Als aber wenig später das modernere C-Modell auf den Markt kam, gab es kein Halten mehr: Der B-Caravan musste sich einer umfangreichen kosmetischen Operation unterziehen. Dabei wurden die markante Motorhaube und der Stoßfänger des Nachfolgers angepasst. Die entsprechenden Scheinwerfer und Blinker - allesamt dunkel getönt - durften natürlich nicht fehlen. Ein WS-Frontspoiler verlieh dem neuen Antlitz noch mehr Charakter. Und weil Torsten der deutsche Kühlergrill zu langweilig erschien, wurde ein chromblitzendes Vauxhall-Gitter aus Großbritannien montiert.

Ansonsten bot die Karosserie nur noch wenig Raum für Verbesserungen. So war der Caravan nach dem Weiten der Radläufe, der Installation von Mattig-M3-Spiegeln und dem Einbau schwarzer Heckleuchten bereit für eine Neulackierung. Der richtige Farbton war schnell gewählt: Torsten entschied sich fürs originale Magicgrau. Neue Akzente setzten mystisch anmutende Airbrushmotive auf dem Tankdeckel und oberhalb der hinteren Kennzeichenmulde. Da wir gerade vom Nummernschild sprechen: MV sind nicht die Initialen von Torstens Frau. Tatsächlich verbirgt sich hinter dieser geheimnisvollen Buchstabenkombination ein ganz anderer Schatz: Ein starker MV6, der den Omega bereits ab Werk befeuert hat. An dessen Serienleistung von stattlichen 211 Pferdestärken gab es nichts zu bemängeln.
Lediglich Optik und Akustik des dicken Sechszylinders entsprachen noch nicht Torstens Geschmack. Ein selbst gebauter Ansaugkrümmer mit prächtigen, polierten Rohren machte den Dreiliter schließlich auch zum visuellen Erlebnis. Und nach der Montage einer Gruppe A-Abgasanlage mit zwei großformatigen DTM-Endrohren von Formel K war auch einiges für die Ohren geboten.
Ausgeprägtes Stilgefühl bewies Torsten auch beim Kauf der Räder. Bei Hotwheel's gingen dreiteilige VN-Felgen von Schmidt über die Theke. Die noblen 18-Zöller mit dunkel lackierten Speichen, goldenen Schrauben und poliertem Bett wurden mit Hochleistungsbreitreifen vom Typ Goodyear Eagle F1 bezogen. Strapazierfähigkeit ist ebenso den gelochten Bremsscheiben an der Vorderachse zu eigen. Hinten gebieten weiterhin die Serienbremsen Einhalt. Mit Dämpfern und Federn von KAW wurde das Fahrwerk auf Sportlichkeit getrimmt, Tiefgang um 65 respektive 35 Millimeter inklusive.
Die kühle Eleganz wurde im Innenraum konsequent fortgesetzt: So verdienen die schwarzen Recaro-Sportsitze, Alu-Riffelblechmatten, Instrumente in gebürstetem Edelstahl und die silbergrau lackierte Mittelkonsole das Prädikat "cool". Feurige Kontraste setzten rote Lederverkleidungen in den Türen. Heißkalt geht es auch im großen Gepäckraum zu, der jede Menge Platz für einen interessanten Soundausbau bot. Wir erinnern uns: Im Kühlergrill musste der Opel-Blitz verschwinden. Hier wurde er jedoch zum zentralen Designelement der Riffelblechabdeckung, die unter anderem zwei Endstufen von JL Audio und Rodek überdacht. Völlig ungeniert und für jeden sichtbar gehen die airbrushverzierten Axton-Boxen ihrer Arbeit nach. Subwoofer von JL Audio, Kultaudio-Lautsprecher und JVC-Steuergerät komplettieren die potente Musikanlage.
Allein dafür gab es schon Pokale, laut Torsten sogar "viele". Wenn Will was will, bekommt er es eben auch.

Quelle: Opel Tuning, Ausgabe 09/2005, S. 54ff