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Press lounge - Publications - Lupolo - Polo 86C mit Lupo-Motor

"Warum nicht mal Gutes mit Gutem kombinieren?", sagte sich Karsten Solbrig und implantierte in seinen 1991 er Polo die 1,6-Liter-Maschine eines VW Lupo. Das Ergebnis: ein "Lupolo", zu dessen forschen 100 PS sich außerdem eine frische Optik in "Eisblau" gesellt.

Karsten ist der lebende Beweis: Volkswagen-Fahrer sind durchaus flexibel. Zwar nicht, wenn es die Liebe zu ihrem bevorzugten Modell betrifft, doch zumindest dann, wenn es darum geht, sich die eine oder andere Leckerei von Geschwister-Modellen auszuborgen. Manchmal kommt da ein gut motorisierter Lupo gerade recht. Vor allem für den, der Polo fährt und auf dessen Wunschliste ein paar zusätzliche Pferdestärken stehen. 100 Gäule an der Zahl bringt der frische i,6-Liter-Motor mit unter die Polo-Haube. Eine beruhigende Kraftreserve, die im gründlich bereinigten und frisch lackierten Maschinenraum ein adäquates Plätzchen gefunden hat. Wie dafür gemacht! Um den Einbau der neuen i6V-Maschine überhaupt realisieren zu können, war das Ändern der Motoraufhängung notwendig. Ferner bediente sich Karsten an den Überresten eines Polo 6N, dessen Getriebe nun am 86C eine optimale Brücke zwischen älterer und neuerer Technik schlägt.

Um die neuen "Lupolo"-Kräfte auch im Cockpit standesgemäß im Auge halten zu können, implantierten Karsten und seine Kollegen die passenden Instrumente, natürlich ebenfalls vom Lupo. Die runden Anzeigen in Weiß/Grau fügen sich in Farbe und Form harmonisch in das vollständig überarbeitete Armaturenbrett ein. Geglättet und in Wagenfarbe lackiert, schafft das neue Cockpit eine glanzvolle Atmosphäre. Dezente Airbrush-Motive in Nähe der Frontscheibe lenken die Blicke (vor allem von außen) auf sich. Das wird gewiss so manche Politesse in Neupurschwitz und Umgebung in echtes Entzücken versetzen. Vielleicht hilft's ja, wenn die nächste Knolle naht!

Was innen wie außen nicht fehlen durfte, waren einige sportliche Akzente. So entschied sich Karsten in der Frage nach der optimalen Bestuhlung für den Einbau von Recaro-Sportsitzen. Ein poliertes Momo-Lenkrad mit 3oer Durchmesser und ein Schaltknaufaus einem Golf 4 stimulieren auch die haptischen Sinne. Neue Leder-Überzüge für Seitenverkleidungen und Dachhimmel sowie himmelblaue Teppiche machen das "Schöner wohnen"-Feeling perfekt. Nicht nur für die Fahrgäste, sondern auch für die soundstarken Mitfahrer im ehemaligen Kofferraum. Dort dominiert ebenfalls graues Leder. Die gefärbte Kuhhaut setzt die Car-HiFi-Komponenten sowie das in Wagenfarbe lackierte Notrad, dem die hintere Sitzbank Platz machen musste, gekonnt in Szene. Endgültiger Beweis, dass Karsten es gern ordentlich mag, sind die in der hinteren Seitenwand ordentlich aufgereihten Schraubenschlüssel. Wer da noch sucht, ist selber schuld!

Selbstverständlich befindet sich der geschmackvolle Inhalt in einer ebenso leckeren wie sportlichen Verpackung. Karsten scheute keine Sekunde davor zurück, dem kantigen Coupe vor Auftrag der neuen Lackierung im Farbton "Eisblau" ans Blech zu gehen. So freut sich seitdem nicht nur die Motorhaube über einen "bösen Blick", auch die Nebelscheinwerfer verstecken sich im Stoßfänger hinter zusätzlicher Fläche. An der Heckklappe entfernte der gelernte Dachdecker Scheibenwischer und Typenbezeichnungen. Die in den Heckdeckel eingelassene Aussparung für das Kennzeichen wurde verkleinert. Außerdem funktioniert der Öffnungsmechanismus jetzt automatisch, ein optisch störendes Schloss gibt es nicht mehr.

Zur späteren Montage der auserwählten Schmidt-"TH-Line"-Felgen in der Dimension 8 x 14 Zoll war das Ziehen und Bördeln der Radläufe unumgänglich. In Kombination mit dem implantierten FK-Gewindefahrwerk und Federbeinen vom 640 haben die polierten Klassiker inklusive ihrer i95er Toyo-Bereifung heute einen optimalen Stand in den Radhäusern. Insgesamt ein sportlich-attraktives Auftreten, bei dem wohl kaum jemand erahnt, was für Überraschungen der "Lupolo" in Sachen innere Werte bereit hält.

Quelle: VW Scene, Ausgabe 01/2006, S. 108ff