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Press lounge - Publications - Deep Black - Golf 4 mit Bora-Front und R32-Interieur

Bescheidenheit ist ein Fremdwort für die VWs der belgischen Tuning-Szene. Je kleiner das Land, desto fetter die Karren, so hat es den Anschein. Diese Weisheit trifft auch auf den Vierer-Golf von Hans Van der Stoelen zu. Der Belgier zog alle Register in Sachen Car-Styling, so dass es den Betrachter buchstäblich "Van der Stoelen" haut.

Hans Van der Stoelen ist kein Unbekannter in der belgischen Tuning-Szene. Angefangen hat er seinerzeit mit einem Einser-Golf, dann folgten Golf 2 und Golf 3. Den Zweier hatte er schon damals mit einer Jetta-Front versehen. Diese Optik gefiel Hans nach wie vor, und so entschied er sich auch bei seinem neuesten Projekt dafür - mit dem einzigen Unterschied, dass die Jetta- nun Bora-Front heißt und mächtig in die Breite gegangen ist.

Doch einfach nur ein anderes "Gesicht" zu montieren, ist nicht Hans' Art. Die Front wurde einer umfangreichen Reinigungsaktion unterzogen. Alle Unebenheiten wurden gnadenlos glattgebügelt, Markenembleme entfernt und die Haube im Blech verlängert. Da untenherum noch immer eine Handbreit Luft vorhanden war, wurde dieser Spalt mit einer V6-Lippe gefüllt.

Zu einer derart voluminösen Front gehören auch entsprechende Backen. Hans verbreiterte die vorderen Kotflügel um zwei Zentimeter pro Seite und baute die Lüftungsschlitze eines Mercedes-Diesel ein. Die hinteren Backen blähte der Mechaniker sogar um satte 35 Millimeter auf, außerdem fielen die seitlichen Stoßleisten dem "Cleaning" zum Opfer. Gewaltige Änderungen gab es auch im Heckbereich: Hier verbaute Hans eine gecleante Rieger-Stoßstange, die zusätzlich nach unten verlängert wurde, sowie einen dreiteiligen Dachspoiler des belgischen Tuners Caractere. Die normalerweise senkrecht nach unten endende Heckklappe verlängerte der Belgier mit einer Caractere-Lippe. Nun schließt die Klappe sauber mit der Stoßstange ab, und bei Regen bleiben keine hässlichen Wasserpfützen stehen.

Grundton der Lackierung ist "Schwarz-Pearl" mit etwas goldenem Glimmer, ähnlich wie die frühen Metalflake-Lacke, die ja inzwischen wieder ziemlich cool sind. Abgesenkt wird die Fuhre mit Hilfe eines Airride-Systems, das nicht nur bis zu 100 Millimeter Tiefgang bietet, sondern zudem auch bequemes Fahren garantiert. Für Hans kam kein anderes Fahrwerk in Frage, da er den Golf als Alltagsauto im Jahr 40.000 Kilometer bewegt, und da sollte es nicht "knüppelhart" zugehen, wie das bei entsprechender Absenkung mit einem Gewindefahrwerk der Fall ist. Unter den aufgeblasenen Kotflügeln rotieren 18-zöllige "VN-Line"-Felgen von Schmidt, die mit selbstgedrehten Nabendeckeln und vergoldeten Schrauben die Blicke auf sich ziehen. Die edlen Räder hat Hans mit 215/35 ZR18- und 245/35 ZR18-Falken-Kautschuk überzogen.

Doch auch vor dem Innenraum macht das edle Design nicht halt. Hier hat unser Belgier erstmal einen polierten Überrollkäfig sowie die sportlich-luxuriöse Bestuhlung eines RS32 eingebaut. Eine wahre Augenweide ist der HiFi-Ausbau im Kofferraum. Was auf den ersten Blick nach vier stylischen Audiobahn-Subwoofern aussieht, sind in Wirklichkeit nur zwei, die sich trickreich spiegeln. Doch die insgesamt 1200 Watt sollten mehr als ausreichen. Befeuert werden diese und andere Schwingungsmembranen von einem Audiobahn-Verstärker und einer Lanzar-"Optidrive"-Endstufe.

Auf zahlreichen Meetings war Hans schon im Glück und konnte mit seinem Vierer so richtig abräumen. Damit das auch in Zukunft so bleibt stehen im Winter einige Änderung unter der Motorhaube an.

Quelle: VW Scene, Ausgabe 03/2006, S. 132ff