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Press lounge - Publications - Joker Face

Christian Haberl ist ein äußerst toleranter Typ, sein Einser eine bunte Mischung. Beim Aufbau des Golf kombinierte der Wiener Elemente aus dem gesamten Spektrum der Volkswagen Modellpalette. Passat, Jetta, Polo - dieser Golf hat von allem etwas!

Auf den ersten Blick ist es das Gesicht des Einsers, das ganz deutlich auf einen fremden Einfluss schließen lässt. Denn die kantig geformte Frontpartie des VW Jetta hat einen besonders hohen Wiedererkennungswert. Christians Golf verhelfen die eckigen Augen in Kombination mit dem emblemlosen Frontgrill mit Chromleisten zu einem völlig anderen Ausdruck. Die Verwirrung wird perfekt durch den schmalen Stoßfänger, der einst einen Golf Baujahr 1977 gegen Schrammen schützte. Auch am Hinterteil des Einsers verbreitet die schmale Stoßleiste mit Chromverzierung einen Hauch Nostalgie. Die Kombination mit den breiten Rückleuchten des 83er Modells stellt für Christian kein Problem dar. Der 33-jährige Beamte hat eine ganz persönliche Idealvorstellung von seinem Glücks-Golf der ersten Generation.

Der ausgefallene Farbton "Mebequa-blau" unterstreicht diese These und hebt den Einser deutlich aus der Masse hervor. Das kühle Blau harmoniert perfekt mit den weißen Beleuchtungselementen. An der Front zeigen weiße Blinker vom Jetta, in welche Richtung es gehen soll; seitlich übernehmen diese Aufgabe quadratische Lichter vom Golf 3. Das klare Lampendesign setzt sich bei den Rückleuchten fort. Aus den weißen Strahlern entfernte Christian sogar zusätzlich die LED-Bremsleuchten, um absolut keine störenden Farbkleckse am Golf zu haben. Ferner wurde die Heckklappe gecleant und der Ausschnitt für den Auspuff im hinteren Abschlussblech geschlossen. Reduziert wurde auch die Anzahl der Außenspiegel. Nur noch auf der Fahrerseite ist der Blick nach hinten möglich. Christian entschied sich für die Montage eines runden Chromspiegels vom Talbot, den er selbst umbaute, um ihn am Einser befestigen zu können.

Platz da! Damit die acht Zoll breiten TH-Line-Felgen ein geräumiges Dach über dem Kopf haben, wurden die Kotflügel in Blech verbreitet
Wer ins Innere des Golfs gelangen will, greift dabei an die allseits beliebten Türöffner vom Audi 80. Hinter den Pforten verbirgt sich eine gekonnte Mixtur aus Teilen vom Polo, Golf und Passat. Man nimmt bequem Platz in hellgrauen Ledersitzen, die aus einem Golf 2 "Edition" stammen. Wer einmal sitzt, blickt auf das Armaturenbrett eines Polo 6N, in das Christian Instrumente vom Golf 3 GTI integrierte. Während der Fahrt umschließt die rechte Hand des Piloten einen Schaltknauf vom Passat. Da soll nochmal einer behaupten, Golffahrer seien nicht offen für andere Modelle des Volkswagen-Konzerns! Passend zur Bestuhlung fertigte Christian Seitenverkleidungen und einen Dachhimmel aus hellem Leder an. Ein polierter Überrollkäfig und blaue Anschnallgurte von Schroth bringen die gewünschte Portion Sportlichkeit ins Cockpit.

Sportlich präsentiert sich auch das Fahrwerk des Einsers. Das H&R-Gewin-de justierte Christian auf eine Höhenreduktion von 100 Millimetern im Vergleich zur Serie. Er implantierte die Hinterachse eines Scirocco 2, um an beiden Achsen auf die Verzögerung von Scheibenbremsen vertrauen zu können. Vorne wie hinten sind gelochte Scheiben montiert. Die Bremssättel wurden gestrahlt und lackiert sowie gezogenen Radläufen rotieren Schmidt-"TH-Line"-Felgen in der Größe 8 x 14 Zoll. Den Kontakt zur Fahrbahn halten rundum Dunlop-SP-gooo-Reifen in der Dimension 195/45/14.

Was die Antriebseinheit seines Golf und dessen optischen Auftritt angeht, ist Christian alles andere als tolerant. Beim Herzstück des "Jokers" muss alles stimmen. Die GTI-Maschine ließ einen komplett neuen Aufbau über sich ergehen. Hierbei wurde unter anderem die Kurbelwelle des iSooers neu gelagert sowie die Zylinderköpfe geplant und poliert. Den optischen Reizen des Motors macht so schnell niemand Konkurrenz. Sowohl des Getriebe als auch der Motorblock wurden gesandstrahlt und anschließend lackiert. Diverse Chromteile locken im Maschinenraum zur ausgiebigen Begutachtung. Durch die Anbringung von Haubenspiegeln glänzt das Kunstwerk gleich nochmal so schön. Doch auch bei geschlossener Haube stimmt Christian der Blick in das "Joker-Face" seines Autos unendlich glücklich. Einen solchen Einser gibt's nur einmal!

 

 

Quelle: VW Golf Scene, Ausgabe 6/2004, Seite 112ff