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Damit die Reifen nicht der einzige Garant für ein exzellentes Fahrverhalten blieben, musste sich auch das Fahrwerk einer massiven Überarbeitung unterziehen. Vorder- und Hinterachse räumten ihre Plätze für Achsen vom Golf 2 16V. Das Koni-Gewindefahrwerk erlaubt eine üppige Tieferlegung um 120 mm vorne und hinten. Auch die Dämpfer stammen aus dem Regal des renommierten Spezialisten. Die Stabis spendete ein Einser-GTI. Die zusätzlich eingebauten Domstreben sind natürlich verchromt. Sogar die Dreieckslenker und die Hinterachsträger ließ Michael mit dem glänzenden Metall beschichten. Auch bremsenmäßig macht der Perfektionist keine halben Sachen. Im Golf 2 16V fand er einen geeigneten Spender für eine neue Bremsanlage, die die Kräfte des Wagens im Zaum hält. Mit diesen Komponenten ist der Ritt am Grenzbereich eine echte Freude. Allerdings nur, wenn auch die motorische Leistung mitspielt. Keine Sorge! Damit der sportlichen Optik auch entsprechende Fahrleistungen folgen konnten, ließ sich Michael einiges einfallen. Unter der Motorhaube, deren Halterungen ebenfalls verchromt sind, arbeitet jetzt ein 16V-Motor mit 1,8 Litern Hubraum, der durch diverse Zusatzelemente aufgewertet wurde. Zunächst bekam das Aggregat eine schärfere 276° Nockenwelle vom Hersteller Schrick. Die E-Lüfter stammen von Spa. Der Weber-Vergaser und die Mitsuba-Benzinpumpe tun ihr übriges, um die stramme Leistung von 168 PS zu ermöglichen. Der Ölkühler konnte vom Einser-GTI übernommen werden, und die Luftfilter ersetzte Michael durch Trichter. Das Getriebe ist ebenfalls nicht mehr serienmäßig: "Wegen der schön langen Übersetzung habe ich das Fünfgang-Getriebe aus einem Golf 2 Turbodiesel genommen." Die dazugehörige Kupplung stammt aus einem Golf 2 16V. Wenn der neugierige Betrachter die Haube öffnet, sollte er sich auf erhöhte Lichteinstrahlung auf seiner Netzhaut einstellen, da auch der Motor von Michaels "Chromwahn" betroffen ist. Damit die ganze Pracht des Triebwerks sichtbar werden konnte, verlegte Michael alle störenden Kabel in die Kotflügel. Als Leisetreter versteht sich der Golf auf keinen Fall. Die Gruppe-A-Auspuffanlage von Supersprint macht keinen Hehl daraus, dass der Wagen richtig Power hat. Wie es sich für einen Sportler gehört, ist auch dieser Golf ein Zweisitzer. Die Rückbank wurde ersatzlos gestrichen. Dafür nehmen die Passagiere vorne auf edlem Ledergestühl von Recaro Platz, das elektrisch verstellbar und beheizbar ist. Ein kleines Sportlenkrad und ein Alu-Schaltknauf machen die Arbeit des Piloten zum reinen Vergnügen. Ein kompletter Umbau des Interieurs steht aber noch an. Michaels Golf ist nach der Kraft- und Verjüngungskur wieder topfit, was jedoch für den Bastler noch lange kein Grund ist, an seinem VW keine weiteren Veränderungen mehr in Angriff zu nehmen. Der Hunger Michaels nach mehr Leistung wird jedenfalls recht bald gestillt sein, denn er ist im Augenblick dabei, einen neuen Motor mit mehr Pferden in seinen Golf zu implantieren. Außerdem soll demnächst der Unterboden eine glatte Lackierung erhalten. Wie sich bereits jetzt abzeichnet, ist der Golf-Fan ein nimmersatter Perfektionist, dessen akribische Kleinarbeit bemerkenswert ist. Wir sind gespannt auf die weiteren Verfeinerungen!
Text: Marcel Kühler Quelle: VW Scene, Ausgabe 7/2001, Seite 42ff
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