LOGIN    ID:    PLZ:   
deutsch  français  español  русский  chinese  greece  

Press lounge - Publications - Zum Ersten und zum Zweiten ...

In diesem Feature geht es nicht um eine Versteigerung, sehr wohl aber um eine Steigerung. Genau die ist nämlich Marc Rößler aus Sondershausen gelungen: Sein 93er Corrado G60, den wir wuch bereits in der Golf & Co., Ausgabe 02/02, vorstellten, hat in der Zwischenzeit nochmals zugelegt. Nicht etwa an Gewicht, sondern mit diversen Upgrades.

Offenbar hat Marc die letzten beiden Jahre sehr effektiv genutzt, denn alles, was am Corrado neu ist, realisierte er in dieser Zeit. Und das - vorläufige? - Endergebnis kann sich sehen lassen: Unter der Haube tut ein 1800 ccm großer G60-Motor Dienst, der einiges mehr auf der Pfanne hat als seine Kollegen aus der Serie. Da ist zum Beispiel die 268° Schrick-Nockenwelle, die dem Motor, Kennbuchstaben PG, deutlich schärfere Steuerzeiten verordnet. Doch die damit verbundene Leistungssteigerung ist gar nichts im Vergleich zu der Power, die der neue Lader liefert: Ein RS2-Modell setzt den Vierzylinder zusammen mit einem 70er-Laderkranz mächtig unter Druck. Und ist das Gemisch erst mal abgefackelt, wird es über eine komplette Remus-Auspuffanlage inklusive Fächerkrümmer schnellstmöglich entsorgt.

Extra schnell dürfte der Motor außerdem beim Klettern auf der Drehzahlleiter sein. Denn Marc hat nicht nur die Pferde-Herde umfangreich vergrößert, er ließ auch die Schwungscheibe um 3,5 Kilogramm erleichtern. Apropos Pferdestärken: Wieviele PS sein Corrado mittlerweile produziert, kann Marc nicht genau sagen. Doch es dürfte sich ähnlich verhalten wie bei Rolls Royce, wo die Power selbstbewusst mit "ausreichend" angegeben wird. Etwas anderes ist dafür absolut offensichtlich, nämlich dass der Motor in einer super sauberen Umgebung werkelt. Marc hat den Motorraum gecleant und dabei nicht an verchromten beziehungsweise polierten Teilen gespart. Ob Zylinderkopfdeckel, Lichtmaschine, Lüftergehäuse oder Ansaugrohr - vieles glänzt auf Teufel-komm-raus. Das gilt auch für die vordere Domstrebe, womit wir bereits bei der verschärften Fahrwerkstechnik wären. Der Corrado steht vorne und hinten auf H+R-Gewindestoßdämpfern, die mit der Bezeichnung "Rennslalom" schon klarmachen, dass sie nicht fürs Herumbummeln gebaut wurden. Auch die Tieferlegung geht als ziemlich sportlich durch. Doch selbst das bissigste Fahrwerk muss in Kurven den Gesetzten der Physik gehorchen, was in der Praxis heißt, dass die Geschwindigkeit zum Kurvenradius passen sollte. Diese Übung dürfte für Marc kein Problem sein, denn Ferrodo-Bremskomponenten helfen ihm, dem Vorwärtsdrang seines VW entschlossen Einhalt zu gebieten.

Unterstützung bekommen die Stopper dabei von den montierten Dunlop SP 9000-Reifen. Die Gummis sind nämlich nicht nur griffig, sondern auch ziemlich breit: Vorne drehen sich 215/40-15er hinten krallen sich 245/25-17er in den Asphalt. Alle vier sitzen auf TH-Line-Alus, die mit 15 Zoll vielleicht nicht den größten Durchmesser haben, aber trotzdem blendend aussehen. Das liegt sicherlich an ihrer polierten Optik, aber auch an ihrer Breite: Mit 8,5 Zoll vorne und 9,5 Zoll hinten zählen die Räder jedenfalls nicht zur Öko-Leichtlauf-Spritspar-Fraktion. Klar, dass der Corrado auch an seiner Karosserie diverse Feinheiten zu bieten hat. Es gibt gecleante Dachleisten, eine modifizierte Frontstoßstange und Heckklappe, A6-Tür-griffe, M3-Spiegel - kurz das volle Programm.

Innen laden beigefarbene Ledersessel mit schwarzen Nähten zum Platznehmen ein. Das Armaturenbrett trägt den Lederlook genau anders herum - beige Nähte auf schwarzem Leder. Weitere Goodies sind das 30er Raid-Lenkrad und ein Schalthebel vom selben Hersteller. Last but not least kann auch das Sound-Equipment überzeugen: Über eine Kenwood-Headunit werden via Helix-Verstärker Boxen und ein Woo-fer von MB-Quart angesteuert. Insgesamt also erste Sahne, was Marc mit dem zweiten Umbau seines VW zeigt. Da fragt man sich, was erst zum Dritten aus dem Corrado werden könnte... .

 

Quelle: VW Scene, Ausgabe 09/2004, S. 124ff; Fotos: Marcus Berger; Text: Bernd Bartels