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Press lounge - Publications - Beetles Greatest Hits

Das Zentrum der Macht im Turbo-Rausch

Beetle

Benedikt ist der Größte und das nicht nur an Gestalt! Ihm ging der VWVirus schon vor Jahren in Fleisch und Blut über. Freunde des stattlichen Malermeisters wissen ganz genau, was das bedeutet. Er vermag das Leitungsgewicht eines Fahrzeugs im motorsportlichen Sinne durchaus negativ zu beeinflussen. Entsprechend positive Gegenmaßnahmen unter der Motorhaube fallen daher angemessen gewaltig aus...

"Das zweitgeilste Auto der Welt" nennt Benedikt Siepenkott den Beetle. Sein "ausgelederter" T4-Bus, der über einen "frisierten", fünfzylindrigen Benzinmotor verfügt, ist die Nummer eins. Auf Platz drei und vier rangieren übrigens ein Pirelli-Golf und ein Zweier GTI mit G60-Triebwerk. Käfer kommen aber erst in Frage, seit Herr Dr. Piech so nett war, eine Golf-Plattform unter die formschöne Designer-Karosse zu schieben.

Kein Grund, nicht ein wenig an dieser guten Basis herumzuschrauben. Vogtland-Federn, die eine Tieferlegung um 60 mm bewirkten, machen sie in Verbindung mit speziellen Bilstein-Dämpfern noch besser. "Erfunden" hat diese Zusammenstellung kein Geringerer als Tuner Dietrich. Er empfahl auch die dreiteiligen Revos dazu. Die 18-Zöller in 8 und 8 1/2 Zoll Breite umgeben Reifen der Dimension 225/40.

Ein Beetle - auf alle Fülle
Nicht zuletzt um auch den gestiegenen Rollwiderstand auszugleichen, nahm Benedikt die Leistungen des Solinger Unternehmens Rennsporttechnik Wimmer in Anspruch. Im Zusammenhang mit ebenjener Leistung wird nun von 198 PS gesprochen. Das maximale Drehmoment stieg von 215 auf 325 Nm. Es liegt zwischen 3.950 und 4.800 Umdrehungen pro Minute an. Das Geheimnis des Erfolgs ist neben einem besonders luftdurchlässigen K&N-Filter gekonntes "Chip-Tuning".

Rein theoretisch sind durch diese Tuning-Maßnahme, für die's TÜV und Garantie gibt, ganz beachtliche Beschleunigungswerte drin. Der Spurt von 0 auf 100 gelingt geübten Fahrern innerhalb von 7,3 Sekunden. Mit einem entsprechenden Serienfahrzeug dauert das Ganze 8,9 Sekunden, wobei auch diese Zeitangabe einen Profi am Steuer voraussetzt. So einfach wie einen "richtigen" Käfer (real Beetles are aircooled...) kann man den Fronttriebler nicht von der Ampel "Iosfliegen" lassen.

Apropos "Fliegen": Die im Fachhandel unter der Verkaufsbezeichnung "Audi TT" erhältliche, gechoppte Version des Beetle, soll gewisse Probleme haben, bei höheren Geschwindigkeiten auf dem Boden zu bleiben. 

Um dem Beetle keinerlei "Aufstiegschancen" dieser Art einzuräumen, spendierten die VW-Ingenieure dem 1,8er Turbo einen Dachkantenspoiler, der bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h selbsttätig ausfährt. Sollte das Schiebehebedach geöffnet sein, schließt es zuvor automatisch. Benedikts Wagen hat in diesem Moment noch 67 km/h "Luft" nach oben...

Luft nach unten läßt der Beetle ebenfalls ab. Sie ist verbraucht und entweicht unter angenehmer Geräuschentwicklung über einen sportlichen Endschalldämpfer aus dem Hause Jetex. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang sicherlich das formschöne, ovale Endrohr, dessen Maße mit 70 x 140 angegeben werden.

Ein anderes Maß, mit dem sich zweifelsfrei angeben lässt, ist der Durchmesser des Lenkrads: 32 cm! Das "lederne" Raid verfügt selbstverständlich über einen Airbag, was die Sache mit dem Einbau etwas komplizierter gestaltete. Er darf nur durch einen Fachbetrieb vorgenommen werden. Auch die Entsorgung oder Aufbewahrung des Originallenkrads ist wegen der darin befindlichen Sprengladung nicht ganz ohne.

Rohr frei für den Turbo-Beetle
Ganz ohne dagegen ist die Windschutzscheibe. Die restliche Verglasung des Beetle ist mittels Scheibenfolie leicht "chrombroncegräulich" verspiegelt. Das hört sich vielleicht nicht sonderlich aufregend an. Optisch kommt das "Geheimrezept von der Baustelle" aber ausgesprochen gut rüber.

Wie wir unserer Leserpost entnehmen konnten, fragen sich diverse Leute, wo die originalen Leder-Recaros aus Erwin Pfeiffers Golf V6 4Motion (siehe WOB 7/2000) geblieben sind. Ihr wisst schon - das edle Gestühl mit der im Golf nervenden Easy-Entry-Funktion. In der riesigen Beetle-Dachkuppel nervt sie nicht! Hier haben die Sitze ausreichend Bewegungsfreiheit, selbst wenn die Kopfstützen komplett nach oben ausgefahren sind. Na, wer hat sie wohl, Erwins Recaros?

Richtig! Benedikt konnte seine ab Werk vorhandene Lederausstattung in der Ersten Reihe damit noch deutlich sportlicher gestalten. Offen bleibt also nur noch die Frage, wo nun das Zentrum der Macht genau sitzt. In Berlin? Unter der Beetle-Motorhaube? Auf dem linken Ledersessel? Sobald ihr den Beetle-Piloten und VW-Freak persönlich kennengelernt habt, stellen sich diese Fragen nicht mehr. Also - Augen auf, es lohnt sich!

Quelle: VW WOB!, Ausgabe 8/2000, Seite 144ff